Dezimierte Sport-Union erkämpft Unentschieden beim HC Rödertal

Dezimierte Sport-Union erkämpft Unentschieden beim HC Rödertal

In einem wahren Handballkrimi erkämpft sich die Neckarsulmer Sport-Union mit lediglich acht Feldspielerinnen am Samstagabend immerhin einen Punkt beim HC Rödertal, dem Tabellenletzten der Handball Bundesliga Frauen (HBF). In einem Spiel, das auf beiden Seiten von vielen Fehlern geprägt ist, punktet die NSU auswärts in einer dramatischen Schlussphase und kommt dadurch dem Klassenerhalt einen großen Schritt näher.

Die Neckarsulmerinnen, bei denen unter anderem Luisa Gerber, Linda Mack sowie Sina Namat fehlen,  gelingt bei den Rödertalbienen vor 528 Zuschauern einen Start nach Maß und führt verdient mit 0:3. Die Gastgeberinnen erzielen ihren ersten Treffer hingegen erst nach sieben Minuten und finden nur schwer in die Partie. Mit der Einwechslung von Rödertals Ivanauskaite hat die Sport-Union zunächst defensiv deutlich mehr zu kämpfen, verursacht auch offensiv häufiger Fehler oder scheitert an der gut aufgelegten Nele Kurzke im gegnerischen Tor. Rödertal dreht das Spiel nach 20 Minuten, worauf NSU-Trainerin Tanja Logvin Ivanauskaite eng decken lässt und wieder ausgleichen kann. Durch die zweite Zeitstrafe gegen die einzige Kreisläuferin Seline Ineichen ist die NSU allerdings noch vor der Pause weiter geschwächt. Hannah Breitinger ersetzt Ineichen vorerst als gelernte Linksaußen am Kreis, in den letzten Minuten vor der Halbzeitpause bleibt die NSU ohne Torerfolg und geht mit einem knappen 13:11-Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel verkürzt die Sport-Union durch einen Doppelschlag von Lena Hoffmann auf 15:14 und ist wieder voll im Spiel. Rödertal kämpft durch die Neckarsulmer Manndeckung häufig vergeblich mit einer siebten Feldspielerin gegen die gegnerische Abwehr. Neckarsulm ist drauf und dran die Führung zu übernehmen, vergibt aber zu viele hochkarätige Chance bzw. Würfe auf verwaiste HCR-Tor. 13 Minuten vor dem Ende gelingt der Führungstreffer beim 21:21 nach langer Zeit  durch Hoffmann, nur kurze Zeit später erhöht Nele Reimer sogar auf zwei Tore. Mit einer erneuten Zeitstrafe gegen die NSU können die Rödertalbienen allerdings nochmals das Spiel drehen. In der Schlussphase entwickelt sich die Partie immer mehr zu einem Krimi, in dem beide Mannschaften die Entscheidung verpassen. Valeria Gorelova, die eine starke Partie zeigt, hält eine Minute vor Ende beim 26:25 einen Gegenstoß der Gastgeberinnen. Lena Hoffmann gleicht vom 7m-Strich eiskalt aus und die Neckarsulmerinnen erkämpfen sich in der Abwehr sogar den Ball. Den entscheidenden Gegenstoß von Hannah Breitinger kann Rödertal allerdings parieren, weshalb sich beide Mannschaften am Ende mit einem 26:26-Unentschieden trennen.

„Wir sind mit dem Ziel hier her gekommen, zwei Punkte zu holen. Daher sind wir jetzt natürlich nicht ganz zufrieden. Meine Mädels haben heute über 60 Minuten super gekämpft und ich bin über diese Leistung mit so einem kleinen Kader sehr froh. Die Mannschaft hat wieder ihren Charakter gezeigt und mit diesem Punkt sind wir dem Klassenerhalt ein großes Stück näher gekommen. Mit etwas Abstand sind wir deshalb auch über diesen einen Punkt sehr froh.“, sagte Logvin nach Spielende. 

„Wir finden, dass die Mannschaft gemeinsam mit Tanja, unter den aktuellen personellen Problemen eine sehr gute Arbeit leistet. Für eine ordentliche Vorbereitung auf das Spiel gegen Rödertal haben wir am Donnerstag zu außergewöhnlichen Maßnahmen greifen müssen und eine Trainingseinheit mit der männlichen Jugend organisiert. Das Training ist auf beiden Seiten sehr gut angekommen und wird in den kommenden Wochen fortgesetzt. Wir sind Trainer Hagen Leibfried und seinen Jungs dafür sehr dankbar und wissen die Unterstützung zu schätzen.“, erklärte Emir Hadzimuhamedovic stellvertretend für die Vereinsführung.

Durch das Unentschieden hält die Sport-Union den HC Rödertal bei fünf ausstehenden Partien weiterhin sieben Punkte hinter sich. Am kommenden Samstag gastieren die Bad Wildungen Vipers um 18:00 Uhr in der Neckarsulmer Ballei.

HC Rödertal:
Kurzke (9/1 Paraden), Rammer (5) – Mauksch (3 Tore), Kocken (2), Alesiunaite, Bösch (3/2), Ivanauskaite (5), Selmeci (1), Nepolsky, Urbicht (2), Jander (2), Sczeczina (3), Rode J. Hummel (1), S. Hummel (4), Loehnig

Neckarsulmer Sport-Union:
Giegerich (2 Paraden), Sattler, Gorelova (12/2 Paraden), Brausch – Kalmbach (1 Tor), Hoffmann (7/2), Bretinger, Kaufmann, Daniels (3), Ineichen (4), Reimer (6) Moldrup (4)

Siebenmeter: HCR 4/2 – NSU 3/2

Zeitstrafen: HCR 2 – NSU 4

Zuschauer: 528

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