Gelingt der Sport-Union gegen Leipzig erneut eine Überraschung?

Gelingt der Sport-Union gegen Leipzig erneut eine Überraschung?

Es war direkt am ersten Spieltag eine der größten Überraschungen der Saison und weckte bei einigen Zuschauern große Erwartungen. Als Aufsteiger gelang der Neckarsulmer Sport-Union gegen den amtierenden Pokalsieger HC Leipzig ein sensationeller 33:30-Sieg im ersten Bundesligaspiel. Seitdem liegen harte Wochen hinter dem sächsischen Traditionsverein.

21 Meisterschaften und neun Pokalsiege feierte der HC Leipzig in einer langen Erfolgsgeschichte, macht derzeit aber vor allem durch finanzielle Schwierigkeiten Schlagzeilen. Am Donnerstagmorgen gab HCL-Manager Kay-Sven Hähner auf einer Pressekonferenz bekannt, dass den Verein derzeit Verbindlichkeiten in Höhe von 900.000 € plagen. Zusätzlich zum finanziellen Engpass sind die Leipzigerinnen in dieser Saison außerdem von einem enormen Verletzungspech geplagt. Anne Hubinger kam nach einer starken Europameisterschaft verletzt zum HCL zurück und Saskia Lang zog sich im Januar beim Auswärtsspiel in Nellingen einen Kreuzbandriss zu. Hinzu kommen außerdem noch langfristige Ausfälle von Franziska Mietzner und der polnischen Ausnahmespielerin Karolina Kudlacz-Gloc, die schwanger ist. Dadurch muss HCL-Coach Norman Rentsch vor allem auf die Jugend setzen und konnte zuletzt im EHF-Cup gegen den ungarischen Club Alba Fehervar lediglich neun Spielerinnen auflaufen lassen. Immerhin konnte aber die deutsche Nationalspielerin Shenia Minevskaja nach rund drei Monaten Verletzungspause am Mittwochabend in Göppingen wieder auflaufen und erzielte direkt acht Tore für den HCL.

Diese namhaften Ausfälle und die mehrfachen Gerüchte, dass Gehälter nicht bezahlt werden können, wirken sich natürlich auf die Leistung in der Bundesliga aus. Anders als vor der Saison gehofft, spielt der HC Leipzig mit einem stark ausgedünnten Kader und der Doppelbelastung nicht um die Meisterschaft mit. Angesichts der genannten Probleme stehen die Leipzigerinnen mit 16:10 Punkten aber weiterhin sehr gut da. Vor allem in den letzten Wochen übertraf die junge Mannschaft immer wieder mehrere Erwartungen, setzte sich im Kollektiv zuhause gegen die TusSies Metzingen mit 24:23 durch und zeigte auch im EHF-Cup deutlich verbesserte Leistungen. Über den Kampf gelang Leipzig so zuletzt auch der knappe Auswärtssieg in Göppingen und der Sprung auf Platz vier. Für Schlagzeilen sorgte der Verein aber schon vor der Partie. Mit Torhüterin Katja Kramarczyk ging nach Luisa Schulze (wechselte im Oktober zum Tabellenführer Bietigheim) auch noch die Kapitänin von Bord und bittete den Verein nach über acht Jahren um die Vertragsauflösung, da sie durch die wirtschaftliche Situation in Leipzig ihre sportlichen Ziele gefährdet sieht.

Die Sport-Union darf sich vor dem Auswärtsspiel am Samstagabend nicht von den Entwicklungen in Leipzig ablenken lassen und wird beim HCL konzentriert antreten müssen. Neckarsulm befindet sich weiterhin im Aufwind und konnte auch bei der Niederlage in Metzingen durchaus Positives mitnehmen. Mit einer starken Leistung in der zweiten Hälfte machte die Sport-Union das Spiel nach einem deutlichen Rückstand wieder spannend und konnte die zweite Hälfte gegen die TusSies gewinnen. Definitiv fehlen wird Rechtsaußen Milana Vlahovic, die weiterhin aufgrund Knieproblemen ausfällt. Zusätzlich ist auch der Einsatz von Luisa Gerber ungewiss, da sie das Training am Mittwochabend aufgrund erneut auftretenden Beschwerden an der Patellasehne abbrechen musste. Ob Melanie Herrmann nach ihrer starken Erkältung gegen ihren ehemaligen Verein im Tor stehen kann, ist ebenfalls noch fraglich.

„Wir haben trotzdem auch in Leipzig sehr gute Chancen zu bestehen. Ich finde, dass Leipzig durch die zahlreichen Verletzungen auch zu einer Mannschaft gehört, die man schlagen kann. Wenn wir uns am Samstag so präsentieren wie in der zweiten Halbzeit in Metzingen, dann sind wir mit Sicherheit auf einem guten Weg, dort auch was mitzunehmen.“, blickt Emir Hadzimuhamedovic auf das kommende Auswärtsspiel in Leipzig.

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