Individuelle Klasse entscheidet das Spiel

Individuelle Klasse entscheidet das Spiel

Bundesliga Frauen: Neckarsulmer Sport-Union – Borussia Dortmund 20:27 (8:10) [sg]

Im letzten Spiel vor der EM-Pause hatte die Sport-Union zuhause in der Neckarsulmer Ballei gegen Borussia Dortmund die Chance, durch einen Sieg mit einem ausgeglichenen Punktekonto zu überwintern. 40 Minuten lang sahen die 1.250 Zuschauer ein äußerst spannendes Spiel, am Ende setzte sich der BVB aber vor allem durch seine individuelle Klasse deutlich mit 20:27 in Neckarsulm durch und ist damit auch in der Tabelle an der Sport-Union vorbei gezogen.

Ohne Maike Daniels starteten die Neckarsulmerinnen dank einer starken Abwehrarbeit gut in das Spiel. Der Borussia, die neben den Langzeitverletzten am Samstagabend auch Rückraumschützin Carolin Schmele verzichten musste. Neckarsulm spielte auch am Samstagabend wieder mit zwei Kreisläuferinnen und ging durch Lena Hoffmann und Hannah Breitinger mit 3:1 in Führung. In der Defensive gab die NSU den Gästen kaum eine Chance und hatte zunächst den Rückraum und Kreisläuferin Anne Müller im Griff. In einem torarmen Spiel, das besonders von Fehlwürfen oder Paraden der beiden super aufgelegten Torhüterinnen Melanie Herrmann und Clara Woltering geprägt war, behielt Neckarsulm lange Zeit die Führung. Die Sport-Union machte nun leider häufiger Fehler und vergab in der Offensive vier Siebenmeter, wodurch der BVB die Führung übernahm. Statt einer eigentlich verdienten Neckarsulmer Führung setzte sich Dortmund vor der Pause ab und musste froh sein, dass Emilia Galinska mit dem Treffer zum 8:10-Halbzeitstand noch etwas verkürzen konnte.

Auch in der zweiten Hälfte standen die Neckarsulmerinnen in der Abwehr weiterhin gut, leisteten sich im Angriff aber etwas zu viele Fehler. Dortmund hingegen war in der zweiten Hälfte in der Offensive deutlich verbessert und hatte mit Harma van Kreij und Anne Müller zwei treffsichere Spielerinnen in den eigenen Reihen. Die NSU kämpfte weiterhin gegen einen starken Gegner und konnte das Spiel lange offen halten. Immer wieder fand Lena Hoffmann gegen die BVB-Abwehr die richtige Antwort und war mit 9 Toren erneut treffsicherste Spielerin im Neckarsulmer Kader. Mitte der zweiten Halbzeit setzten sich die Borussinnen aber erstmals auf fünf Tore ab und sind der Sport-Union dadurch enteilt. Neckarsulm stemmte sich weiterhin gegen die drohende Niederlage und versuchte durch eine siebte Feldspielerin in Überzahl wieder verkürzen zu können. Dortmund hatte mit Clara Woltering aber weiterhin einen starken Rückhalt und baute die Führung durch van Kreij bis zum 20:27-Endstand sogar noch einmal etwas aus. Durch die kurze Schwächephase vor der Pause und zu viel vergebenen Chancen musste sich Neckarsulm so unglücklich geschlagen geben, da gegen Dortmund an diesem Abend für Neckarsulm eigentlich mehr möglich gewesen wäre.

„Wir haben uns für das Spiel heute sehr viel vorgenommen und hatten die Riesenchance, mit einem ausgeglichenem Punktekonto in die EM-Pause zu gehen. Wir sind gut in das Spiel gestartet, aber dann hat Clara Woltering heute mit zunehmender Dauer ihre Klasse wieder unter Beweis gestellt. Wir haben in der Summe fünf Siebenmeter und viele freie Würfe vergeben und das hat bei meiner Mannschaft dann leider zur Verunsicherung geführt. Und wenn du vorne nicht triffst, ist es nur eine Frage der Zeit, dass man auch hinten ein paar Tore bekommt. Die notwendige Sicherheit und auch mal leichte Tore haben uns heute einfach gefehlt. Die individuelle Klasse hat heute das Spiel in der wichtigen Phase in der zweiten Halbzeit entschieden und unter dem Strich hat Dortmund das Spiel verdient gewonnen.“, sagte NSU-Coach Emir Hadzimuhamedovic nach Spielende.

Damit geht die Sport-Union mit 6:10 Punkten in die Pause und steht derzeit auf dem 10. Tabellenplatz. Nach zwei trainingsfreien Wochen bereiten sich die Neckarsulmerinnen dann ab dem 5. Dezember auf das letzte Heimspiel des Jahres gegen Bad Wildungen vor. Am 30.12. geht es hier für die NSU gegen den Tabellennachbarn um zwei wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

Neckarsulmer Sport-Union:
Milenkovic (3 Paraden), Herrmann (12), Rüttinger – Kalmbach, Hoffmann (9/2 Tore), Breitinger (4/1), Gerber (2), Fischer, Kaufmann, Tissekker, Ahlin, Ineichen (4), Vlahovic, Galinska (1), Vojtiskova

Borussia Dortmund:
Woltering (17 Paraden), Burrekers – Kramer, Weisheitel, Zimmermann (1), Müller (7), Traumüller, Ettaqi, van Kreij (7), Huber (9/5), Salberg, Emberovics (2), Vaszari (1)

Siebenmeter: Neckarsulm 8/3 – Dortmund 5/5

Zeitstrafen: Neckarsulm 1 – Dortmund 2

Zuschauer: 1.250

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar