Kleine Sport-Union im Derby gegen Flein ganz groß!

Kleine Sport-Union im Derby gegen Flein ganz groß!

Holoch schießt die Neckarsulmer Sport-Union zum sensationellen Sieg gegen den TV Flein.

Landesliga Männer: Neckarsulmer Sport-Union 2 – TV Flein 25:24 (10:13)

Am Samstagabend war es nun soweit, das erste richtige Derby dieser Landesliga stand auf dem Spielplan. Doch unterschiedlicher konnten die Ausgangslagen gar nicht sein. Auf der einen Seite stand der TV Flein, Absteiger aus der Württembergliga, gespickt mit hochkarätigen Spielern – zum Teil auch aus höheren Ligen – der nur ein Ziel diese Runde verfolgen wird und das ist der direkte Wiederaufstieg in die Württembergliga. Diese Ambitionen untermauerte Flein direkt im ersten Spiel mit einem 25:16 Sieg gegen den Vorjahresvierten Weinstadt, welcher sich auch stark verstärkt hat. Mit breiter Brust und enormen Selbstbewusstsein, gingen die Fleiner in das von ihnen titulierte „kleine Derby“. Gegenüber stand die, bis auf beide Torwartroutiniers, blutjunge Truppe der Neckarsulmer Sport-Union. Diese hatten ihr Auftaktspiel gegen den TV Großbottwar sang- und klanglos mit 32:24 verloren. Weiterhin musste man auf auf Jascha Bauer, Micha Weiss, Tom Jochim sowie Dominik Müller verzichten. Auch Christoph Joost war erst kurz vor Spielbeginn aus dem Urlaub zurückgekehrt. Die Ausgangssituationen hätten also nicht unterschiedlicher sein können.

Um 20 Uhr war es dann soweit. Eine volle Pichterichhalle erwartete mit Spannung eins der vielen Derbys dieses Jahr. Nach kurzem Abtasten eröffnete Max Lang die Partie nach einer Minute mit einem sehenswerten Treffer von der halbrechten Position. Der TV Flein spielte zu Beginn eine sehr druckvolle erste und zweite Welle und glich postwendend durch einen Siebenmeter aus und ging danach durch ein Kontertor von Marc Weipert in Führung. Doch dies sollte es erst einmal spielerisch von Flein gewesen sein. Die Sport-Union verteidigte leidenschaftlich, wie es sich in einem Derby gehört, währenddessen Flein meist den letzten Schritt in der Abwehr vermissen ließ. So konnte man sich durch Tore von Maurice Nicolai, Kevin Weippert auf 8:5 absetzen (trotz drei verworfener Siebenmeter). Ein Tor von Tim Gröger unterbrach diesen Lauf jedoch. Der TV Flein, welcher über das gesamte Spiel keinen richtigen Zugriff im Angriff bekommen sollte, kam durch einen starken Philipp Ruprecht im Tor zurück. Ein Foul an Christian Joos, dem Hünen am Fleiner Kreis, bedeutete einen Siebenmeter, welchen Mika Pavel sicher zum 9:9 Auslgeich verwandelte. Und wieder war es Philipp Ruprecht, an dem in den letzten 8 Minuten der ersten Halbzeit die Rückraumschützen der NSU reihenweise verzweifelten und so konnte Flein erstmals in der Partie davonziehen. Getrieben von der individuellen Klasse, die auf jeden Fall vorhanden ist, erspielten sich diese einen Drei-Torevorsprung (10:13) zur Halbzeit.

Jetzt lag es an Gilles Orciari seine Truppe nochmal zu motivieren und für die zweite Halbzeit heiß zu machen. Anscheinend muss er die perfekten Worte getroffen haben, da die NSU wie entfesselt aus der Kabine kam. Über drei schnelle Tore hatte man bereits drei Minuten nach Beginn der Halbzeit, durch ein Tor von Georg Holoch, den Ausgleich wiederhergestellt. Dieser sollte noch eine große Rolle in dieser zweiten Hälfte spielen. Das Spiel hatte nun Fahrt aufgenommen eine Führung von Flein egalisiert wiederum Holoch. Auch nachdem Flein wieder mit zwei Toren in Führung ging (13:15) glich Holoch postwendend mit einem Doppelpack aus. Ein wahrer Handballkrimi, nicht immer schön anzuschauen aber extrem spannend, entwickelte sich. Beim Ausgleich zum 19:19 von Maurice Nicolai in der 50.Minute war wieder alles offen. Wer hätte das gedacht? Kaum jemand traute den Mannen um Kapitän Jonas Kaufmann vor dem Spiel ein möglichen Punktgewinn zu und nun stand man 10 Minuten vor Schluss vor einem der prestigeträchtigsten Siege in der Geschichte der zweiten Mannschaft.

Eine dementsprechend, an zum Teil Spannung nicht zu übertreffenden Schlussphase wurde durch ein Tor von Patrick Kachelmuß eingeleitet. Nur 15 Sekunden später glich Holoch aus, der eines dieser Spiele hatte, bei dem einfach alles funktioniert. Tim Gröger traf für die Gäste und für die Hausherren glich Paul Feirabend vom 7-Meter-Punkt trotz zweier Fehlwürfe gegen den mittlerweile eingewechselten Altmeister Nicolai Fasano aus. Das gleiche Bild auch zwei Angriffe später. Jan Scheitterlein brachte die Gäste in Führung, Quentin Walter glich umgehend aus. Georg Holoch brachte mit zwei Toren in Folge die NSU zur 23:22 (erste Führung in der 2.HZ; 55.Min) und 24:22 (58.Min) Führung und die Sensation des Derbysieges war zum Greifen nah. Doch der TV Flein hielt dagegen. Mit einem Tor von ihrem effektivsten Spieler Jan Scheitterlein, konnten sie eine Minute vor Schluss den Abstand auf ein Tor verkürzen. Es war Jonas Kaufmann, der in der absoluten Crunch-Time 50 Sekunden vor Schluss das Tor zum 25:23 erzielte. Getreu dem Motto „Big time players make big time plays“. Flein nahm eine letzte Auszeit, um die Niederlage doch noch abwenden zu können. Der genannte Spielzug fruchtete und Sven Kroll erzielte 20 Sekunden vor Schluss den Anschluss. Die NSU war im Ballbesitz und hatte nun alle Karten selbst in der Hand. Doch ein zu früher Abschluss brachte die Sport Union unnötig noch einmal in Gefahr. Flein hatte den Ball und mit der Schlusssirene den letzten Wurf. Doch bezeichnend für die aufopferungsvolle Leistung der Neckarsulmer wurde der Ball mit Hilfe des Blocks und Martin Gola im Tor ins Aus gelenkt. Nach dem Abpfiff der beiden souveränen Schiedsrichter kannte der Jubel keine Grenzen. Flein war am Boden und die NSU im siebten Himmel. Was ein Abend, was ein Spiel, was ein Holoch den die NSU da heute im linken Rückraum hatte. Dies war ein Spiel, an welches sich beide Parteien mit unterschiedlicher Gemütslage noch lange erinnern werden.

Neckarsulmer Sport Union:
Martin Gola (TW); Tobias Greiner (TW); Maximilian Lang (4); Marius Lehmann; Christoph Joost; Kevin Weippert (4); Lennard Schwidurski; Georg Holoch (9); Quentin Walter (1); Maurice Nicolai (4); Jonas Kaufmann (1); Joshua Kaufmann; Paul Feirabend (2/2); Niclas Schaaf; Gilles Orciari (Trainer)

TV Flein:
Nicolai Fasano (TW); Philipp Rupprecht (TW); Marc Weipert (3); Simon Wüstholz; Marco Schilpp (1); Jan Scheitterlein (5); Christian Joos; Tim Gröger (5); Joshua Wüstholz; Mika Pavel (4/4); Patrick Kachelmuss (3); Sven Kroll (1); Maximilian Brösch; Valentin Pitzke (2); Florian Vieler (Trainer)
Nächstes Wochenende steht für die Jungs der NSU nun das nächste wahrscheinlich noch größere Derby gegen die SG Degmarn/Oedheim an. Ein sicherlich ganz besonderes Spiel, bei dem die Karten neu gemischt werden. Man darf auf keinen Fall Überwasser bekommen und muss zu 110% da sein, da Derbys ihre eigenen Gesetze haben. Anpfiff ist um 17 Uhr in der Sporthalle in Oedheim. Die NSU würde sich über zahlreiche Zuschauer freuen, um dies das nächste unvergessliche Spiel werden zu lassen.

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