Neckarsulm schafft keine Überraschung in Leverkusen

Neckarsulm schafft keine Überraschung in Leverkusen

Nach einer guten ersten Hälfte gibt die NSU das Spiel beim TSV Bayer 04 Leverkusen durch eine schwache Abwehrleistung in der 2. Halbzeit aus der Hand und verliert schließlich mit 34:27. Mia Zschocke (8) und Anouk van de Wiel (10) drehen dabei als beste Torschützinnen mit zahlreichen Treffern aus dem Rückraum zugunsten der Werkselfen. Beste Torschützinnen für Neckarsulm waren mit sechs Treffern jeweils Hannah Breitinger, Mette Gravholt und Maike Daniels.

Zu Beginn begegnen sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Durch lang ausgespielte Angriffe mit zwei Kreisläuferinnen setzt sich Leverkusen in einer torarmen Anfangsphase zunächst bis zum 7:4 von der Sport-Union ab, obwohl die Abwehr der NSU eigentlich alles im Griff hat. Nach einer Auszeit belohnt sich die gute Defensive der NSU mit Ballgewinnen und kann dadurch den zwischenzeitlichen Rückstand aufholen. Mette Gravholt gleicht beim 7:7 nach 16 Minuten erstmals wieder aus und wenig später sorgt Hannah Breitinger mit ihrem dritten Treffer für die verdiente Neckarsulmer Führung. Die Sport-Union dominiert nun die Partie und führt zwischenzeitlich sogar mit 11:14. In den letzten fünf Minuten fällt allerdings kein Treffer mehr für die Blau-Weißen, weshalb Leverkusen bis zum Seitenwechsel in Überzahl noch auf 13:14 verkürzen kann. Die nächste Überraschung in der Handball Bundesliga Frauen lag in der Luft.

Nach der Halbzeitansprache gibt es in der ausgeglichenen Partie zunächst ein munteres Hin und Her. Nach 40 überzeugenden Minuten der kommt dann ein Bruch in das Spiel der Sport-Union. Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich, die sich in der Leverkusener Ostermann-Arena einen ihrer beiden Kreuzbandrisse zuzog, musste mit Schmerzen im Knie in die Kabine und schockte damit das komplette Neckarsulmer Team. Zwar kam Giegerich nach zehnminütiger Behandlung glücklicherweise ohne schwerwiegende Verletzung wieder zurück, das Spiel war allerdings bereits so gut wie gelaufen. Leverkusens Mia Zschocke und Anouk van de Wiel, die allein in der zweiten Hälfte 17-mal für die Gastgeberinnen erfolgreich waren, bekommt die schwächelnde NSU-Abwehr nicht in den Griff und nahezu jeder Wurf aus dem Rückraum landet im Tor. Trotzdem bleibt Neckarsulm bis zur 50. Minute mit drei Treffern Rückstand in Reichweite, näher ran kommen die Gäste allerdings nicht mehr. Mit drei Treffern in Folge macht van de Wiel allerdings alle Hoffnung der Neckarsulmerinnen zunichte, weshalb Leverkusen am Ende einen etwas zu deutlichen 34:27-Heimsieg feiern kann.

„In der 1. Halbzeit haben wir wirklich gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Wir hatten Leverkusen im Griff, haben sie oft ins Zeitspiel gezwungen und sind sehr gut in der Abwehr gestanden. Aber in der zweiten Hälfte hat unsere Abwehr nicht mehr stattgefunden. Mit 21 Toren in 30 Minuten hatten wir keine Chance mehr das Spiel für uns zu entscheiden. Nach der Verletzung von Anca waren alle irgendwie geschockt und die Sicherheit war weg. Deshalb tut es mir für die Mädels wirklich leid, dass sie sich heute nicht belohnt haben. Auch wenn wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, kann uns die ersten 40 Minuten keiner nehmen“, sagte NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic nach Spielende enttäuscht.

Vorsichtige Entwarnung gab es nach dem Spiel glücklicherweise auch bei der formstarken Ann-Cathrin Giegerich. Die 26-jährige Torhüterin hatte auf der Rückfahrt nach Neckarsulm zwar noch etwas Schmerzen im Knie, von einer schwereren Verletzung gehen die Neckarsulmerinnen derzeit allerdings nicht aus. Passend kommt daher auch das spielfreie Wochenende, da die Sport-Union bereits aus dem DHB-Pokal ausgeschieden. Erst am 20. Januar geht es für die NSU mit dem Derby gegen Frisch Auf Göppingen in der Neckarsulmer Ballei wieder weiter.

TSV Bayer 04 Leverkusen:
Zec (1 Parade), Kramarczyk (1 Tor, 7/1 Paraden) – Jurgutyte (2 Tore), Seidel (3), Braun, Mietzner (1), Zschocke (8/1), Potocki (6/3), Bruggemann (1), Karolius (1), Gedroit, Berndt, Jochin, Berger (1), van de Wiel (10), Rode

Neckarsulmer Sport-Union:
Giegerich (10 Paraden), Brausch (2) – Kalmbach, Hoffmann (3 Tore), Gravholt (6), Breitinger (6), Gerber (1), Mack (2), Kaufmann, Tissekker, Daniels (6/3), Namat, Ineichen, Reimer (3/1)

Siebenmeter: TSV 4/4 – NSU 5/4

Zeitstrafen: TSV 3 – NSU 1

Zuschauer: 830

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