Neckarsulm verliert gegen den Thüringer HC nach starker Leistung am Ende etwas zu hoch

Neckarsulm verliert gegen den Thüringer HC nach starker Leistung am Ende etwas zu hoch

Bundesliga Frauen: Neckarsulmer Sport-Union – Thüringer HC 22:30 (12:13) [sg]

Nur vier Tage nach der deutlichen Niederlage beim Buxtehuder SV trafen die Neckarsulmer Bundesliga-Frauen zuhause direkt auf das nächste Liga-Schwergewicht. Mit dem amtierenden deutschen Meister Thüringer HC kam eine der Top-Mannschaften der Liga in die Ballei und musste sich gegen eine starke Sport-Union mächtig strecken. 40 Minuten lang sahen die 1.032 Zuschauer in Neckarsulm ein spannendes Spiel auf Augenhöhe, ehe sich der THC in den letzten Minuten doch deutlich absetzen konnte.

Neckarsulm startete als Underdog gut in das Spiel und hatte im Vergleich zum Spiel in Buxtehude einen deutlich treffsicheren Rückraum. Mit einer beweglichen, aggressiven Abwehr sowie einer überragenden Melanie Herrmann machte die NSU dem Thüringer HC in der ersten Hälfte immer wieder das Leben schwer und sorgte unter anderem dafür, dass die Thüringer Topscorerin Szimonetta Planeta zum Beispiel in der kompletten ersten Hälfte ohne Torerfolg blieb. Mit der starken Defensive als Rückhalt und zeitweise wieder mit Seline Ineichen und Kathrin Fischer am doppelt besetzten Kreis übernahm die Sport-Union die Führung und setzte sich über Lena Hoffmann und Hannah Breitinger per 7m zwischenzeitlich auf zwei Tore ab. Der THC wechselte durch, konnte durch Iveta Luzumova nach rund 20 Minuten ausgleichen und übernahm nur kurze Zeit später die Führung. Bis zur Pause waren beide Mannschaften ständig auf Augenhöhe und Melanie Herrmann hielt kurz vor der Pause (12:13) bei einem 7m mit ihrer achten Parade den wichtigen Anschluss fest.

„Ich finde, dass wir unterstützt von einer guten Abwehrarbeit und einer herausragenden Melanie Herrmann im Tor in den ersten 30 Minuten tatsächlich super schlau gespielt haben. Melanie hat uns heute wieder Kraft gegeben, dass wir vorne auch mal leichte Tore machen können. Wir waren vorne diszipliniert, haben das gespielt was wir im Vorfeld besprochen haben und meine Mannschaft hat in der ersten Halbzeit wirklich alles raus gehauen.“, sagte Emir Hadzimuhamdovic nach Spielende zur ersten Hälfte.

Und auch nach der Pause erwischte die Sport-Union zunächst den besseren Start und konnte durch einen Doppelschlag sogar wieder die Führung übernehmen. In der 40. Minute drehte sich dann das Spiel leider zugunsten des Thüringer HC. Die Mannschaft von Herbert Müller nutzte eine Zeitstrafe gegen Alla Vojtiskova eiskalt aus und setzte sich erstmals mit drei Toren ab. Neckarsulm stand in der Abwehr weiterhin gut, vergab in der Offensive aber nun ein paar Möglichkeiten oder scheiterte an Jana Krause, die in der zweiten Hälfte eine starke Leistung im THC-Tor zeigte. Wirklich davon ziehen konnten die Gäste zunächst allerdings nicht, denn Kathrin Fischer und Hannah Breitinger nutzten die weiterhin gute Defensive für einen schnellen Doppelpack zum 19:22. Erst in den letzten 12 Minuten konnte sich die Thüringer Mannschaft durch einen 5:1-Lauf deutlich absetzen und somit einen 22:30-Auswärtssieg feiern, der am Ende leider ein wenig zu hoch ausgefallen ist.

Trotzdem war Hadzimuhamedovic war mit der Leistung seiner Mannschaft durchaus zufrieden: „Der Kraftakt in der ersten Hälfte war vielleicht auch ein entscheidender Faktor, dass uns in der zweiten Halbzeit gelegentlich etwas Kraft gefehlt hat. Wir haben heute gegen einen richtig guten Gegner mit spielerischer Klasse, der über 60 Minuten das Tempo hochhalten kann, das Spiel verloren. Ich finde das auf gar keinen Fall schlimm, gegen den deutschen Meister zu verlieren und ich kann meiner Mannschaft wirklich nur ein Kompliment aussprechen. Ich bin zuversichtlich und weiß, dass in Zukunft auch noch Gegner kommen, die wir mit so einer Leistung schlagen können und die mehr in unserer Reichweite sind“

Auch THC-Coach Herbert Müller sprach der NSU ein Kompliment aus: „Mein Kompliment an beide Mannschaften heute. Neckarsulm kämpft bis zum Schluss und wir können keine Sekunde sicher sein. Das macht wirklich Spaß hier zu spielen und Neckarsulm ist für mich eine wirkliche Bereicherung der 1. Bundesliga.“

Für die Sport-Union steht nach zwei anstrengenden Spielen innerhalb von 5 Tagen nun eine kleine Pause auf dem Programm, bevor es am 5. November zuhause zum spannenden Duell im DHB-Pokal gegen den VfL Oldenburg kommt. In der Liga treffen die Neckarsulmerinnen danach noch vor der EM-Pause mit Celle und Borussia Dortmund auf zwei weitere Mannschaften, die unbedingt Punkte für den Klassenerhalt benötigen.

Neckarsulmer Sport-Union:
Milenkovic (1 Siebenmeter), Herrmann (16 Paraden / 1 Siebenmeter), Rüttinger – Kalmbach, Hoffmann (6 Tore), Breitinger (5/1), Gerber, Fischer (3), Tissekker (1), Daniels (2/1), Ahlin (1), Ineichen, Vlahovic, Galinska, Vojtiskova (4)

Thüringer HC:
Krause (12 Paraden), Eckerle (7/1) – van de Wiel, Scheffknecht, Pintea, Schmelzer (4), Niederwieser, Aguilar Diaz (4), Luzumova (6/2), Engel (4/2), Houette (4), Jakubisova (3), Wohlbold (3), Planeta (2)

Siebenmeter: Neckarsulm 3/2 – Thüringer HC 6/4

Zeitstrafen: Neckarsulm 2 – Thüringer HC 2

Zuschauer: 1.032

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