Neckarsulmer Aufholjagd wird am Ende nicht belohnt

Neckarsulmer Aufholjagd wird am Ende nicht belohnt

Bundesliga Frauen: Neckarsulmer Sport-Union – HSG Blomberg-Lippe 24:25 (13:17) [sg]

Anderes Spiel, ähnlicher Spielverlauf. Wie zuletzt in Leipzig liegt Neckarsulm am Samstagabend gegen die HSG Blombewrg-Lippe nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit zur Pause deutlich zurück, kämpft sich bis zum Ende wieder bravourös zurück und wird leider nicht dafür mit einem Punktgewinn belohnt.

Beide Mannschaften starteten vor 1.050 Zuschauern wie erwartet mit einem sehr hohen Tempo. Dabei kommen die Gäste zunächst besser in das umkämpfte Spiel und führen gegen die Neckarsulmerinnen, die mit Luisa Gerber und Milana Vlahovic beide Rechtsaußen weiterhin schmerzlich vermissten, nach zehn Minuten mit drei Toren. Über NSU-Mannschaftskapitänin Hannah Breitinger kämpft sich die Sport-Union wieder auf ein Tor ran, doch Blomberg setzte sich erneut ab. Zu häufig kam der HSG-Rückraum gegen die Neckarsulmer Defensive zu einfachen Toren und auch im Angriff vergaben die Gastgeberinnen immer wieder Chancen, die Blomberg eiskalt im Gegenstoß verwertete. Aber Neckarsulm kämpfte weiter. Nach einem zwischenzeitlichen 10:17-Rückstand netzte Lena Hoffmann kurz vor der Pause doppelt ein und Kathrin Fischer markierte mit einem weiteren Treffer noch den 13:17-Halbzeitstand.

„Wir wollten unbedingt wieder eine richtig gute Abwehr stellen und wir wussten, dass Blomberg super stark aus dem Rückraum ist und über die Mitte kommen wird. Wir haben viel versucht, viel gewechselt und versucht den Spielfluss zu unterbrechen. Leider hat das aber nicht geklappt. Vorne machen wir ein paar technische Fehler und alles wird knallhart durch die einfachen Tore bestraft. 17 Gegentore gegen Blomberg sind eindeutig zu viel. Die letzten fünf, sechs Minuten haben uns mit Sicherheit im Spiel gehalten und wir konnten mit einem guten Gefühl in die Pause gehen. Wir haben gut gewechselt und wussten, dass wir genügend Körner haben, um in der zweiten Halbzeit mächtig Gas zu geben.“, analysierte Neckarsulms Trainer Emir Hadzimuhamedovic den Rückstand nach der ersten Hälfte.

In der Kabine fand Hadzimuhamedovic die richtigen Worte, denn die Neckarsulmer Abwehr um die stark deckende Svenja Kaufmann stand nun endlich wie ein Bollwerk. Bis zur 49. Minute bekommen die Neckarsulmerinnen lediglich vier Gegentore und legen somit den Grundstein für die Aufholjagd. Auch die Offensive der Sport-Union bereitete Blomberg durch zwei Kreisläuferinnen nun mehr Probleme, zwei technische Fehler verwehrten der NSU zunächst allerdings eine erste Möglichkeit auf den Ausgleich. 30 Sekunden vor Ende der spannenden Partie war es dann soweit. Blomberg vergab und Neckarsulm hatte in Überzahl die große Chance auf ein Unentschieden und einen ganz wichtigen Punktgewinn. Doch der Wurf von Maike Daniels scheiterte an Gäste-Torhüterin Anna Monz und Neckarsulm muss durch die knappe 24:25-Niederlage erneut der großen Hypothek aus der ersten Hälfte Tribut zollen.

„Wenn du letztendlich wieder mit so einer Hypothek von 4,5 Toren zu kämpfen hast, dann wird jeder Fehler bestraft. Was die Mädels in der zweiten Halbzeit investiert haben ist echt enorm, aber es war nicht leicht zu spielen. Du kommst zwar auf 1,2 Tore ran, bist aber die ganze Zeit im Rückstand, stehst unter Druck und wir konnten uns tatsächlich nicht befreien. Ich finde, wir haben das in der zweiten Halbzeit echt gut gespielt. In der Abwehr haben nur acht Gegentore bekommen und das hat uns im Spiel gehalten. Wir konnten leider auch in den letzten Sekunden mit einer Spielerin mehr das nicht wie gewollt umsetzen und ich finde, trotz diesem Spielverlauf hätten unsere Mannschaft und diese Atmosphäre verdient gehabt. Leider hat es nicht sein sollen.“, so Hadzimuhamedovic nach Spielende.

Dadurch muss Neckarsulm die HSG in der Tabelle auf zwei Punkte davon ziehen lassen, wobei der Vorsprung auf die Abstiegsplätze weiterhin vier Punkte beträgt. Am konnenden Wochenende hat die NSU nun sonntags beim TSV Bayer 04 Leverkusen die nächste Chance auf wichtige Punkte im Kampf um den Verbleib im deutschen Oberhaus.

Neckarsulmer Sport-Union:
Milenković, Herrmann (16 Paraden), Rüttinger – Kalmbach, Hoffmann (6 Tore), Breitinger (5/3), Fischer (4), Kaufmann, Tissekker (2), Daniels (2), Ahlin, Ineichen, Galinska, Vojtiskova (5)

HSG Blomberg-Lippe:
Monz (15 Paraden), Veith – Rüffieux (2 Tore), Klaunig (6), Müller (6), Pichlmeier (3/2), Gera, Großheim, L. Petersen, Mitrovic (5), Stolle (3), Huber, Cardoso de Castro, S. Petersen

Siebenmeter: Neckarsulm 3/3 – Blomberg 2/2

Zeitstrafen: Neckarsulm 0 – Blomberg 2

Zuschauer: 1.050

Ein Kommentar

  1. Joachim Wagner 5. März 2017 um 11:33 Uhr- Antworten

    Der Sieg von Blomberg war über die gesamte Spielzeit betrachtet aus meiner Sicht verdient. Es gilt nun, dem gesamten Team den Rücken zu stärken und nicht wie
    teilweise in Kommentaren zu lesen ist, der Mannschaft die Bundesligatauglichkeit abzusprechen. Das geht gar nicht. Zu Teams wie Leverkusen, Wildungen und auch Dortmund sind wir durchaus in Schlagdistanz. Warum also soll uns in Leverkusen nicht eine Überraschung gelingen. Wir stehen momentan noch über dem Strich und ich bin der festen Überzeugung, dass das auch so bleibt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar Antworten abbrechen