Neckarsulmer Traumstart in die 1. Bundesliga

Neckarsulmer Traumstart in die 1. Bundesliga

1. Bundesliga Frauen: Neckarsulmer Sport-Union – HC Leipzig 33:30 (15:15) [sg]

Schon vor dem Spiel machten die Neckarsulmerinnen klar, dass sie das Spiel trotz der klaren Rollenverteilung auf keinen Fall schon vorher abschenken wollen und dem HC Leipzig das Leben schwer machen werden. Was die Neckarsulmer Mannschaft von Trainer Emir Hadzimuhamedovic am Mittwochabend dann aber vor der Rekordkulisse von 1.321 Zuschauern auf dem Spielfeld ablieferte, hat die Ankündigung nochmal um einiges übertroffen.

Zu Beginn machten die Gäste aus Sachsen schnell klar, wer der Favorit an diesem Abend ist und sorgten für eine 1:3-Führung. Doch dann legte die Sport-Union den Respekt vor dem Gegner und der Stimmung ab, schafften und durch Lena Hoffmann sowie Maike Daniels den Ausgleich zum 3:3 und sorgten so für erste Sorgenfalten auf der Stirn von HCL-Trainer Norman Rentsch, der direkt seine erste Auszeit nahm. Neckarsulm konnte danach sogar durch ein Gegenstoßtor von Luisa Gerber sogar erstmals in Führung gehen. Durch die deutschen Nationalspielerinnen Alexandra Mazzucci, Luisa Schulze und Saskia lang drehte der HCL das Spiel aber wieder und sorgte erneut für eine 2-Tore-Führung. Gestützt auf eine gute Defensive mit der bärenstarken Melanie Herrmann im Tor erzielte die NSU nach 18 Minuten durch Lena Hoffmann erneut den Ausgleich und nahm wenige Sekunden später beim Stand von 9:10 die erste Auszeit. NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic fand die richtigen Worte, spielte wie schon zuvor immer wieder mit zwei Kreisläuferinnen oder einer siebten Feldspielerin und Neckarsulm drehte das Spiel durch zwei Gegenstöße von Kapitänin Hannah Breitinger und Luisa Gerber zum 13:11.

Nach 30 unglaublich temporeichen Minuten gingen beim Stand von 15:15 vor allem die Neckarsulmerinnen zufrieden in die Kabine und setzten zu Beginn der zweiten Halbzeit den Lauf direkt fort. Alena Vojtiskova und Isabel Tissekker fügten sich mit dem 16:15 und 17:15 nahtlos ein und auch Melanie Herrmann machte da weiter, wo sie aufgehört hatte. Weiterhin war die Partie unglaublich spannend und Leipzig holte sich die Führung bis zum 26:26-Ausgleichstreffer von Alena Vojtiskova in der 51. Minute zurück. Neckarsulm übernahm durch Lena Hoffmann erneut die Führung und die super aufgelegte Vojtiskova baute fünf Minuten vor dem Ende durch einen Doppelschlag zum 30:28 aus. Beide Trainer versuchten durch eine Auszeit ihre Mannschaft auf die letzten Minuten einzustellen. Während Leipzig immer mehr Probleme bekam, setzte die Sport-Union angetrieben von den Fans ihr Spiel fort und Hannah Breitinger sorgte für das vorentscheidende 31:28. Leipzig agierte nun offensiv und wehrte sich mit allen Mitteln gegen die Niederlage. Aber die NSU verteidigte die Führung souverän, konnte durch Nives Ahlin und Kathi Fischer erneut einnetzen und feierte schließlich ausgelassen den 33:30-Sieg und die ersten zwei Punkte in der 1. Bundesliga.

„Zu allererst ein riesiges Kompliment an unsere Zuschauer. Vor allem in der zweiten Hälfte war diese grandiose Unterstützung für uns enorm wichtig. Wir sind cool geblieben. Überhaupt sind solche Spiele Kopfsache. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. So einen Sieg als Aufsteiger gegen Leipzig erlebt man nicht so oft. In zehn Spielen gewinnen wir wahrscheinlich ein Spiel, vielleicht auch zwei.“, sagte Hadzimuhamedovic nach Spielende. Norman Rentsch war mit dem Auftritt seiner Mannschaft alles andere als zufrieden: „Die Niederlage geht in Ordnung. Wir können mit unserem Auftreten und der heutigen Einstellung nicht zufrieden sein.“

Für Neckarsulm geht es bereits am kommenden Sonntag mit dem Derby bei Frisch Auf Göppingen weiter. Die Frisch Auf Frauen konnten am ersten Spieltag ein Unentschieden bei Borussia Dortmund holen und werden nur vier Tage nach dem ersten Spiel direkt der nächste schwere Gegner. Spielbeginn ist am Sonntag um 16 Uhr in der EWS Arena. Für alle Interessierten treffen sich die NSU-Fans zur gemeinsamen Auto-Abfahrt um 13 Uhr an der Nordseite der Ballei.

Neckarsulmer Sport-Union:
Milenkovic, Herrmann (15 Paraden, davon 1 Siebenmeter), Rüttinger – Kalmbach, Hoffmann (6), Breitinger (4), Gerber (4), Fischer (5), Tissekker (1), Daniels (3), Ahlin (2/1), Ineichen (1), Vlahovic, Galinska, Vojtiskova (7)

HC Leipzig:
Kramarczyk (12), Kurzke – Mazzucco (5), Einarsdottir (1), Schulze (4), Kudlacz-Gloc (8/3), Bösch, Hubinger (3/1), Lang (5), Reimer, Minevskaja (4/1), Sturm, Rode, Weise

Siebenmeter: Neckarsulm 3/1 – Leipzig 6/5

Zeitstrafen: Neckarsulm 1 – Leipzig 3

Zuschauer: 1.321

Ein Kommentar

  1. Joachim Wagner 16. September 2016 um 8:51 Uhr- Antworten

    Ein denkwürdiger Abend in der Ballei.
    Meinen größten Respekt an die Mannschaft, die Trainer, die Betreuer und ALLE HELFER !

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