NSU bei 30:34-Niederlage gegen Oldenburg mit zu vielen Fehlern

NSU bei 30:34-Niederlage gegen Oldenburg mit zu vielen Fehlern

An der kämpferischen Einstellung und Torhüterin Jana Brausch hat es am Samstagabend bei der 30:34-Niederlage der Neckarsulmer Sport-Union gegen den VfL Oldenburg in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) nicht gelegen. Nach gutem Start schleichen sich im Angriffsspiel der NSU allerdings vermehrt Fehler ein, die zu leichten Toren für die Gäste führen. Der deutliche 12:21-Rückstand zur Pause war trotz erneutem Aufbäumen für die Gastgeberinnen am Ende aber eine zu große Hypothek.

Da mit Melanie Herrmann und Ann-Cathrin Giegerich beide Torhüterinnen für das Heimspiel gegen Oldenburg verletzungsbedingt passen mussten, gab NSU-Eigengewächs Jana Brausch, die allerdings auch mit Rückenproblemen zu kämpfen hat, ihr Bundesliga-Debüt von Beginn an. Die 18-Jährige machte ihren Job vor 1.020 Zuschauern hervorragend und zeigte mit zwei frühen Paraden ihr Können gegen den VfL. Zusätzlich schenkte NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic von Beginn an Linda Mack das Vertrauen auf der rechten Rückraumseite, die Neckarsulm früh mit 4:2 in Führung bringt und sich gut präsentierte. Als Mack allerdings früh mit der zweiten Zeitstrafe vom Feld muss, dreht Oldenburg das Spiel und setzt sich in Überzahl durch zwei Treffer in das leere Gehäuse der Sport-Union mit 6:10 ab. Obwohl die NSU nach einer Auszeit durch Treffer von Hannah Breitinger und Nele Reimer nochmals auf 10:13 verkürzt, findet sie nach dem Bruch nicht mehr zurück. Zahlreiche einfache Fehler in der Offensive kann Oldenburg in einfache Gegenstoßtore ummünzen und sich dadurch von einem 10:13 bis zur Pause auf 12:21 unnötig absetzen.

In der zweiten Hälfte stellt Hadzimuhamedovic mit der Hereinnahme einer siebten Feldspielerin am Kreis erneut um. Mit der Überzahlsituation im Angriff kommt Neckarsulm gut aus der Kabine und kann bis zur 45. Minute bereits auf 22:27 verkürzen. Die Gäste wanken und Neckarsulm kämpft sich, angetrieben von den lautstarken Fans, Tor um Tor heran. Acht Minuten vor dem Spielende ist Neckarsulm durch Linda Mack sowie einem Doppelschlag von Mette Gravholt am möglichen Ausgleich dran. Nach vier torlosen Minuten und dem Knockout von Cara Hartstock in das leere Tor haben die Neckarsulmerinnen aber keine Chance mehr auf einen Punktgewinn. Oldenburg rettet den Vorsprung über die Zeit und feiert nach vier sieglosen Spielen in Folge wieder einen Sieg. Die NSU rutscht durch den zeitversetzten Sieg der Nellinger Schwaben Hornets in Bad Wildungen auf den 12. Tabellenplatz ab.

„Wir hatten mit Sicherheit in den letzten zwei Wochen keine optimalen Bedingungen, uns auf dieses Spiel vorzubereiten. Wir hatten Probleme auf der Torhüterposition. Am Mittwoch hatten wir tatsächlich nur zwei Jugendspielerinnen im Training gehabt, weil auch Jana Brausch mit Rückenproblemen zu kämpfen hat. Das hat natürlich nicht dazu beigetragen, dass wir das Spiel sehr selbstbewusst angehen. Aber das Spiel haben wir auf gar keinen Fall wegen Jana verloren. Sie hat das super gemacht, es ist nicht einfach in der Bundesliga im Kasten zu stehen und ich bin sehr stolz auf sie. Es lag vor allem an unserer nicht aggressiven Defensive in der schwachen Phase der ersten Halbzeit, in der wir schlecht verschoben haben und unsere technischen Fehler haben uns einfach das Genick gebrochen..“, sagte Hadzimuhamedovic nach dem letzten Heimspiel der Hinrunde.

„Wir haben Oldenburg zu einfachen Toren eingeladen. Wenn du in der ersten Halbzeit 21 Tore bekommst und mit neun Toren in Rückstand bist, dann ist es einfach super schwer die zweite Halbzeit zu spielen. Was die Mannschaft dann macht, ist große Klasse. Wir haben mit der siebten Feldspielerin in die Taktikkiste gegriffen, was nicht einfach zu spielen ist und haben nochmal auf zwei Tore aufgeschlossen. Zu mehr hat es aber leider nicht mehr gereicht.“, so Hadzimuhamedovic weiter.“, analysierte Hadzimuhamedovic nach Spielende, der zusätzlich noch eine Hiobsbotschaft verkünden musste. Aus persönlichen Gründen wird Mette Gravholt auf derzeit noch unbestimmte Zeit der Sport-Union fehlen. Eine Entscheidung über die Zukunft der dänischen Kreisläuferin wird in den kommenden Tagen geklärt.

Für die Sport-Union stehen nun drei schwere Auswärtsspiele in Buxtehude, Metzingen und Blomberg auf dem Programm. Erst am 28. Februar präsentiert sich die NSU gegen den Thüringer HC vor dem heimischen Publikum in der Ballei.

Neckarsulmer Sport-Union:
Stammer, Brausch (14 Paraden) – Kalmbach (2 Tore), Hoffmann (7), Gravholt (3), Breitinger (1), Gerber (2), Mack (3), Kaufmann, Daniels (6/4), Namat, Ineichen (3), Reimer (2), Møldrup (1)

VfL Oldenburg:
Renner (12 Paraden), Kohorst (4) – Prante, Birke (1 Tor), Kannegiesser, Wenzl (5), Spur Petersen (5), Behrend (7), Geschke (10/3), Hartstock (3), Roller (1), Staal, Winter

Siebenmeter: NSU 5/4 – VfL 3/3

Zeitstrafen: NSU 2 – VfL 2

Zuschauer: 1.020

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