Schwache Vorstellung der Sport-Union gegen bissige Vipers

Schwache Vorstellung der Sport-Union gegen bissige Vipers

Bundesliga Frauen: Neckarsulmer Sport-Union – HSG Bad Wildungen Vipers 22:25 (10:12) [sg]

Bereits im Vorfeld der letzten Partie des Jahres sprachen beide Seiten von einem Spiel, in dem es um zwei ganz wichtige Punkte für den Klassenerhalt geht. Die Neckarsulmer Bundesliga-Frauen mussten gegen bissige Vipers von Anfang an einem Rückstand hinterher rennen und verpassten damit zum Ende eines unglaublich erfolgreichen Jahres zwei wichtige Punkte für das Saisonziel. Bad Wildungen hingegen konnte durch den Sieg in Neckarsulm und das Unentschieden gegen Leipzig die Punktezahl verdoppeln und mit der Sport-Union gleich ziehen.

Ohne die krankheitsbedingt fehlende Isabel Tissekker (Magen-Darm-Virus) war Neckarsulm in der ausverkauften Ballei durch eine frühe Zeitstrafe gegen Bad Wildungens Linkshänderin Anouk Nieuwenweg direkt in Überzahl, gerieten nach Ablauf der Zeitstrafe aber durch die Niederländerin in Rückstand. Die NSU überraschte und startete zunächst mit einer ungewohnt offenen Deckung, gegen die Bad Wildungen allerdings auch zu Toren aus den freien Räumen kam. In der Abwehr machten die Gäste durch eine aggressive Deckung der Sport-Union von Beginn an das Leben schwer, doch zunächst konnte Neckarsulm nach einer Auszeit von Trainer Emir Hadzimuhamedovic das Spiel drehen und durch Hannah Breitinger zwischenzeitlich die Führung übernehmen.

Hadzimuhamedovic brachte Mitte der ersten Hälfte unter anderem Svenja Kaufmann, die der Defensive mehr Aggressivität brachte. Danach geriet der NSU-Motor in der Offensive allerdings ins Stottern. Durch eine mangelhafte Chancenverwertung, unnötige Ballverluste und drei vergebenen 7m-Chancen gegen die super aufgelegte Manuela Brütsch im Gäste-Tor lag Neckarsulm bis zur 28. Minuten mit 8:12 zurück. Luisa Gerber und Seline Ineichen konnten im Anschluss durch zwei schnelle Tore vor der Pause immerhin noch auf 10:12 verkürzen.

An dem Neckarsulmer Rückstand änderte sich leider auch zu Beginn der zweiten Hälfte nichts. Fast sieben Minuten lang gelang der NSU-Offensive kein Tor und die Vipers nutzten diese Abschlussschwäche eiskalt zur 13:19-Führung aus. Aber die Sport-Union gab sich nicht auf, konnte durch Paraden von Melanie Herrmann das geliebte Tempospiel aufziehen und waren plötzlich drei Minuten vor Schluss durch Lena Hoffmann und Hannah Breitinger beim 20:22 an den Vipers dran. Bad Wildungen hingegen wollte sich den Sieg nicht mehr nehmen lassen, erkämpfte sich durch Nieuwegenweg und Nadja Bolze eine Vier-Tore-Führung zurück und konnte am Ende einen verdienten 22:25-Sieg in der Neckarsulmer Ballei feiern.

“Wir haben endlich wieder zu unserer alten Stärke gefunden, hatten zu Beginn der Saison vor allem nicht die kämpferische Leistung abgerufen. Wir haben jetzt die Pause sehr gut nutzen können, um ein paar Sachen in der Abwehr umzustellen, damit wir mit mehr Tempo nach vorne spielen können. Unsere aggressive Abwehr, mit der wir den Gegner immer wieder früh unterbrochen haben, war heute genau der Erfolg”, sagte Tessa Bremmer zum Bad Wildunger Auswärtssieg.

Emir Hadzimuhamedovic hingegen schmerzte die Niederlage sehr: “Wir haben gegen einen kompakt stehenden und aggressiven Gegner über 60 Minuten keinen Weg gefunden, wie wir die Abwehr knacken können. Wir sind heute selbst schuld, haben die einfachsten Sachen nicht gemacht, um den Ball vor dem Foul weiter zu spielen. Wir haben uns viel vorgenommen und wussten, dass die Halle heute voll wird. Die Mädels haben unter der Woche unwahrscheinlich gut gearbeitet, im Training hat es hervorragend funktioniert und heute war die Mannschaft leider durch die Bank nicht zu erkennen. Im Großen und Ganzen ein absolut verdienter Sieg von Bad Wildungen. Wir müssen uns leider an die eigene Nase fassen, denn mit so einem Spiel, hätten wir gar keinen Punkt. Wir müssen jetzt den Kopf aus der Schlinge ziehen und nach vorne schauen. Die sechs Punkte reichen uns mit Sicherheit nicht für den Klassenerhalt, wir werden weiterkämpfen und uns künftig in der Halle wieder besser präsentieren.”

Für die Sport-Union geht es am kommenden Mittwoch bereits mit einem Derby weiter. Dann müssen die Neckarsulmerinnen zum ungeschlagegen Tabellenführer und Ligaprimus Bietigheim, gegen den die NSU absolut keinen Druck verspürt. Spielbeginn ist um 20:00 Uhr in der Sporthalle am Viadukt.

Neckarsulmer Sport-Union:
Milenkovic (3 Paraden/davon 1 Siebenmeter), Herrmann (13), Rüttinger – Kalmbach, Hoffmann (7 Tore), Breitinger (6), Gerber (3), Fischer (1), Kaufmann, Daniels, Ahlin, Ineichen (2), Vlahovic, Galinska (2), Vojtiskova (1)

HSG Bad Wildungen Vipers:
Duijndam, Brütsch (22 Paraden/davon 3 Siebenmeter) – Stockschläder, Busch (5), Nieuwenweg (9/2), van Rossum, Schmidt-Robben (1), Bolze (2), Beugels, Nagy (4), Vasilescu (4/2), Haggerty, Zuber

Siebenmeter: Neckarsulm 3/0 – Bad Wildungen 5/4

Zeitstrafen: Neckarsulm 2 – Bad Wildungen 3

Zuschauer: 1.400

 

 

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar