Spitzenreiter Bietigheim zeigt Sport-Union in der ersten Hälfte die Grenzen auf

Spitzenreiter Bietigheim zeigt Sport-Union in der ersten Hälfte die Grenzen auf

Deutlich befreiter als zuletzt gegen Bad Wildungen wollten die Neckarsulmer Bundesliga-Frauen am Mittwochabend beim ungeschlagenen Tabellenführer SG BBM Bietigheim spielen. Doch nach einem perfekten Start der Gastgeberinnen verlor die NSU das Spiel quasi mit dem Anpfiff, konnte aber immerhin in der zweiten Hälfte deutlich besser dagegen halten.

„Wir haben eine ganz ordentliche zweite Hälfte gespielt, haben die mit zwei Toren verloren. Das Spiel haben wir aber in der ersten Halbzeit schnell aus der Hand gegeben, zu viele leichte Fehler gemacht und die werden in Bietigheim halt knallhart bestraft. Da gibt es dann eben für jeden Fehler einen Gegentreffer.“, fasste Isabel Tissekker, Neckarsulms Spielerin des Abends, die hohe Niederlage zusammen.

Von Beginn an drückte die SG mächtig aufs Tempo, bestrafte jeden Neckarsulmer Ballverlust mit einem Gegenst0ß und sprintete vor 1.400 Zuschauern zu einer schnellen 8:0-Führung. Erst in der zehnten Minute gelang Lena Hoffmann der erste Neckarsulmer Treffer. Durch Ballverluste in der Offensive, mangelhaftes Rückzugsverhalten und zu vielen Freiräumen in der Defensive kam Bietigheim immer wieder zu einfachen Toren und konnte früh ohne Qualitätsverlust durchwechseln. Über 60 Minuten kämpfte die Sport-Union mit Seline Ineichen in der Abwehr gegen die Bietigheimer Übermacht an, stand auch gut, wenn die Gastgeberinnen ihre Angriffe ausspielen müssen. Aber auch in der Offensive kam Neckarsulm gegen eine kompakte SG-Abwehr und Torhüterin Tess Wester nur schwer zu Toren. Nach ihrer Einwechslung brachte dann immerhin Isabel Tissekker mehr Durchlagskraft in den Neckarsulmer Angriff, jedoch nutzte Bietigheim weiterhin jeden Neckarsulmer Abspielfehler eiskalt zu einem weiteren Tor. Während die SG im kompletten Spielverlauf allein über Rechtsaußen 18 Tore erzielen konnte, konzentrierte sich das Neckarsulmer Spiel häufig zu sehr auf die Mitte, gegen die kein Durchkommen war.

Nach einer deutlichen 26:7-Abreibung in der ersten Halbzeit, kam die NSU unterstützt von zahlreich mitgereisten Fans besser aus der Kabine. Über Tissekker und Luisa Gerber erzielte die Sport-Union drei schnelle Tore und bewegte sich vor allem in der Abwehr deutlich verbessert. Besonders frech spielte dabei sowohl in Angriff und Abwehr Selina Kalmbach auf, für die das Gastspiel in Bietigheim mit sechs Toren und einigen guten Aktionen am Ende trotzdem positiv ausfällt. Bietigheim spulte das Spiel bis zum Schlusspfiff gegen weiter kämpfende Neckarsulmerinnen souverän zu Ende und bescherte Neckarsulm mit 40:19 durch die erste Häfte die höchste Saisonniederlage.

„Nach den 60 Minuten war es immerhin ein versöhnlicher Abschluss. Was wir in der ersten Halbzeit angeboten haben, war nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wir müssen andererseits über die Qualität von Bietigheim kein Wort verlieren, die sind auf jeder Position weltklasse besetzt und haben in den ersten 30 Minuten Handball zelebriert. Jeder Fehler wurde knallhart bestraft. Wir haben uns nicht versteckt, wollten das Tempo mitgehen, aber da wurden uns in der ersten Halbzeit ganz klar die Grenzen aufgezeigt. In der zweiten Halbzeit haben wir uns darauf besinnen müssen, dass wir in der Abwehr nicht so weit auseinander stehen, sondern mannschaftlicher agieren und das haben die Mädels dann echt klasse gemacht. Was wir in der zweiten Halbzeit spielen, in der Deckung schnell auf den Beinen waren und besser verschoben haben, das hat uns am Leben gehalten. Letztendlich bin ich mit den zweiten 30 Minuten sehr zufrieden.“, analysierte NSU-Coach Emir Hadzimuhamedovic die Derby-Niederlage.

Die Sport-Union hat nun bis zum nächsten Ligaspiel zwei Wochen Zeit, um die deutliche Niederlage zu verarbeiten. Am Mittwoch, den 18. Januar, trifft die NSU dann auswärts auf den VfL Oldenburg und schon drei Tage später zuhause auf Mitaufsteiger Nellingen.

SG BBM Bietigheim:
Roch, Salamakha (6 Paraden), Wester (14/1) – Biltoft (3 Tore), Visser (4/1), Lauenroth (1), N. Müller (3), Schulze (2), Baun Eriksen (2), Naidzinavicus (5/1), Hundahl (7), Woller (1), S. Müller (1), Malestein (11), Anastacio

Neckarsulmer Sport-Union:
Milenkovic (1 Parade), Herrmann (6), Rüttinger (1) – Kalmbach (6 Tore), Hoffmann (1), Breitinger (1), Gerber (1), Fischer (1), Kaufmann, Tissekker (6/2), Daniels, Ahlin (1), Ineichen, Vlahovic, Galinska (1), Vojtiskova (1)

Siebenmeter: Bietigheim 2/2 – Neckarsulm 4/2

Zeitstrafen: Bietigheim 1 – Neckarsulm 1

Zuschauer: 1.400

Hinterlassen Sie einen Kommentar